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Brauchtum in HessenIn Hessen wurde dem Brautpaar die Hochzeit nicht leicht gemacht: Bereits vor der Trauung musste der Bräutigam nach altem Brauch seine Braut im Haus ihrer Eltern, wo sie sich vor der Hochzeitszeremonie versteckt hielt, suchen. Doch der Schwiegervater in spe führte ihm zunächst zweimal eine „falsche Braut“ vor, die der Bräutigam hartnäckig ablehnen musste. Erst beim dritten Versuch bekam er die richtige Braut zu sehen und akzeptierte sie natürlich freudestrahlend. An diesem Punkt flüchtete die Braut jedoch von Neuem in ihr Zimmer und ließ sich nicht dazu bewegen, wieder heraus zu kommen. Der Hochzeitslader (s. Artikel Österreich) beklagt sich danach bei der Brautmutter, die vorgibt, ihn nicht zu verstehen und sich erst durch ein Silberstück (der symbolisierte Schlüssel zur Kammer der Braut) überzeugen ließ, ein Machtwort zu sprechen. Daraufhin kam die Braut aus ihrer Kammer, die Kapelle spielte einen Tusch und der Hochzeit stand nichts mehr im Wege.

 

Doch auch danach hatten die Schwierigkeiten kein Ende: der Besitz der Braut musste nach der Heirat folgerichtig in ihr neues Domizil verfrachtet werden. Dazu wird in ländlichen Gegenden auch heute noch ein Handkarren mit allem beweglichen Hab und Gut voll geladen und muss auf dem Weg eine durch Freunde und die Dorfgemeinschaft errichtete Sperre überwinden. Die Barriere aus neugierigen Zöllnern (schließlich liegt der Hausstand der Braut vor aller Augen offen im Leiterwagen und kann dementsprechend begutachtet werden) muss nun durch kleine Gaben durchbrochen werden. Dies geschieht durch süße Leckereien für die Kinder und einen etwas gehaltvolleren Pfand wie ein Fass Bier oder kleinere Geldbeträge für die erwachsenen „Wegsperrer“.


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