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Brautpaar in TrachtBayerische Bräuche:

 

Der Hochzeitslader:

In Bayern und Österreich können sich Brautpaare Unterstützung von einem Hochzeitslader holen. Er hilft bei der Planung, Organisation und Durchführung der Hochzeit.


Im Unterschied zu einem Hochzeits-

planer, auch Weddingplanner genannt, der sich am Tag der Feier eher im Hintergrund um den Ablauf kümmern, bringt sich der Hochzeitslader aktiv in die Feier mit ein und fungiert am Tag selbst auch als Moderator und Zeremonienmeister.


Der Name „Hochzeitslader" kommt vom „Gäste einladen". Der Brauch stammt aus der Zeit, als es noch schwerer und teurer war allen Gästen eine schriftliche Einladung zukommen zu lassen.

 

Daher ging der Hochzeitslader von Tür zu Tür und trug die Einladung in einem Vers vor.


Auf Wunsch gehen Hochzeitslader auch heute noch „zum laden".


Für traditionsbewusste Brautpaare sind Hochzeitslader eine echte Hilfe. Er kennt die typischen Bräuche nicht nur, die auf einer echten bayerischen Hochzeit nicht fehlen dürfen, er kann sie auch umsetzen. Wer stellt ansonsten den Hochzeitszug aus der Kirche "richtig" auf und kann diesen in kürzester Zeit organisieren?


„Besonders bei diesen Dingen fällt es an einer Hochzeit auf, wenn der Hochzeitslader fehlt. Viele Bräuche verlaufen dann chaotisch oder entfallen ganz." sagt Hochzeitslader Klaus Schmid aus Altenmarkt, in der Nähe vom Chiemsee.


Ständiger Begleiter des Hochzeitsladers ist ein mit Bändern verzierter Stock. Die Farben der vier Bänder symbolisieren Liebe (rot), Treue (blau), Hoffnung (grün) und Jungfräulichkeit (weiß).

 

Ein weiteres Markenzeichen sind die sogenannten „Gstanzl". Die gesungenen Gedichte sind meist spontan improvisiert und beziehen sich auf das Brautpaar selbst, Geschichten aus ihrer bisherigen Beziehung oder auf die Hochzeitsgesellschaft.


„Gstanzl" sind eine lustige Art das Brautpaar und die Gäste untereinander humorvoll vorzustellen, wobei die Besungenen mitunter etwas auf den Arm genommen werden. Hier geht es auch mal derb zu, aber laut dem Hochzeitslader Klaus Schmid sind hierbei jedoch Witze unterhalb der Gürtelline absolut tabu.


Für eine gelungene Hochzeitsfeier sollte das Brautpaar daher darauf achten, dass der Humor des Hochzeitsladers mit ihrem und dem der Gäste übereinstimmt.


Üblicherweise finden Brautpaare einen Hochzeitlader über Empfehlungen oder lernen diesen auf Hochzeiten im Bekanntenkreis kennen. Aber immer mehr Hochzeitlader sind inzwischen über ihren Internetauftritt auffindbar.

 

 

Das Kranzlpaar:

Eine weitere bayerische und österreichische Tradition ist das Kranzlpaar. Dieses Ehrenamt wird einem unverheirateten Paar aus dem Freundeskreis verliehen oder einer unverheirateten Freundin der Braut und einem unverheirateten Freund des Bräutigams.


Die Aufgabe des Kranzlpaars besteht darin das Brautpaar am Hochzeitstag bei bestimmten Aufgaben zu unterstützen, die nicht von den Trauzeugen übernommen werden. Die Aufgaben variieren von Region zu Region.


Eine typische Aufgabe des Kranzlpaars ist es zum Beispiel, vor der Kirche die selbstgebastelten Gästeanstecker und Autoschleifen an die Gäste zu verteilen. Hierbei ist es üblich, dass die Gäste dem Kranzlpaar etwas Geld zur Unkostendeckung geben.


Weit verbreitet ist die Aufgabe nach dem Eröffnungstanz des Brautpaares immer als erstes Paar auf der Tanzfläche zu stehen. Sollte das Kranzlpaar es einmal nicht schaffen als erstes auf der Tanzfläche zu sein, müssen sie der Band dafür eine Runde Schnaps ausgeben. Der positive Effekt hierbei ist, dass es den Gästen leichter gemacht wird, sich ebenfalls auf die Tanzfläche zu trauen.


Hochzeitslader Klaus Schmid aus Altenmarkt stellt hierbei einen Trend fest: „Hochzeiten ohne Kranzlpaar gibt es bei uns in der Region so gut wie gar nicht. Es ist ja auch eine echte Erleichterung für das Brautpaar."


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