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Der Köstenbitter


Die wichtigste Person auf Hochzeiten in Mecklenburg (wie auch in vielen anderen Regionen Deutschlands) stellte in früheren Zeiten neben den Brautleuten stets der Hochzeitslader oder auch „Köstenbitter“ dar. Schon Wochen vor der Hochzeit musste er, mit einem Stock aus Rosenholz, der mit Bändern in symbolträchtigen Farben geschmückt war (Rot für die Liebe, Blau für die Treue, Weiß für Jungfräulichkeit und Grün für die Hoffnung), bewaffnet, von Haus zu Haus gehen und die Einladungen zu einer Hochzeit überbringen.
 
In Mecklenburg musste er sogar zu Pferd in die gute Bauernstube reiten und durfte erst absteigen, sobald er seine Einladung übermittelt hatte. In jedem Haus musste der Hochzeitslader mit den Eingeladenen einen Klaren trinken und machte für jedes geleerte Glas eine Kerbe in seinen Stock, um am Ende des arbeitsreichen Tages noch einen ungefähren Überblick über die Anzahl der geladenen Personen (und der dabei gehobenen Schnäpse) zu haben.
 
Der Hochzeitslader hatte aber noch andere wichtige Aufgaben. Er legte mit dem Brautpaar Ort, Zeit und Finanzrahmen der Hochzeit fest, kümmerte sich um die Sitzordnung und das Protokoll und sagte beim Überreichen der Geschenke ein Dankesverslein auf: er war also schlicht unentbehrlich für eine funktionierende Hochzeit.

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