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23. Juli 2018

Beliebte Hochzeitsbräuche in Deutschland

Bräuche und Traditionen sind eine schöne Sache, denn sie machen das Leben besonders und helfen, dass bestimmte Lebensereignisse speziell gewürdigt werden. Die Hochzeit ist, neben der Geburt der eignen Kinder, wohl das wichtigste Erlebnis im Leben zweier Liebender. Zahlreiche Bräuche ranken sich um die Hochzeit, wie Antworten der User von gutefrage.net auf eine entsprechende Frage zeigen. So scheinen Bräuche wie das Entwenden des Brautschuhs, das Reis-Werfen oder die Dosen am Auto zu beliebten Ritualen zu gehören. Doch welche Bräuche gehören nun zu den beliebtesten der Deutschen?

Der Polterabend

Ein Brauch, der seit Jahren festen Bestand bei zahlreichen Hochzeiten hat, ist der des Polterabends. Auch wenn er vom Junggesellenabschied weitgehend abgelöst erscheint, findet der Brauch doch vor allem in ländlichen Regionen großen Anklang. Der Polterabend findet zumeist einige Tage oder auch wenige Wochen vor der Hochzeit statt und wird traditionell bei den Eltern der Braut ausgerichtet. Im Grunde handelt es sich um eine öffentliche Veranstaltung, zu der nicht nur Freunde, Verwandte oder Bekannte, sondern auch Ortsansässige eingeladen sind. Allerdings liegt dies im Ermessen des Brautpaares. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Teilen Polens bringen Gäste altes Porzellan mit zur Veranstaltung, welches vor den Augen des Paares zerbrochen wird. In weiten Teilen der Bundesrepublik fegt das zukünftige Brautpaar die Scherben dann gemeinsam zusammen. Dieses traditionelle Ritual soll Glück und ein gutes Gelingen in der Ehe bringen. Im Detail gibt es allerdings zahlreiche Möglichkeiten, wie ein Polterabend vonstattengehen kann. So ist es nicht unüblich, dass ein einfaches Buffet angeboten und ein Getränkewagen zur Selbstbedienung gemietet wird.

 

Die Blumenkinder

Blumenkinder sind nicht nur hübsch anzusehen, ihnen kommt, der heidnischen Tradition nach, auch eine wichtige Funktion zu. Die Blumen, die sie beim Auszug des Brautpaares aus der Kirche streuen sollen mit ihrem Duft die Fruchtbarkeitsgötter anlocken und dem Brautpaar auf diese Weise einen reichen Kindersegen schenken. Allerdings stehen die ursprünglichen Gründe heute weitgehend im Hintergrund. Zentraler sind die Blumenkinder heute für eine festliche Atmosphäre, die durch die hübschen Kleidchen und Anzüge generiert werden. In den meisten Fällen werden hierfür Kinder im Alter zwischen drei und zehn Jahren aus der Verwandtschaft angefragt. Die wichtigsten Utensilien neben einer festlichen Bekleidung sind die Blumen oder Blumenblätter in einem kleinen und passenden Körbchen. Erfahrene Hochzeitsberater empfehlen Brautpaaren, für die Blumenkinder eine Bezugsperson zu erwählen, die sich um einen geregelten Ablauf vor und während der Zeremonie kümmert, was beispielsweise ein Elternteil eines Kindes sein kann.

Die Brautentführung

Die Brautentführung zählt heute zu einem beliebten Spiel bei vielen Hochzeiten. Passt der Bräutigam mal einen Moment nicht auf, entführen die Freunde seine Braut in eines der umliegenden Lokale. Nun muss der Bräutigam sich, mit Unterstützung seiner Trauzeugen, auf die Suche nach seiner Geliebten machen. Dabei ist es Tradition, dass er alle offenen Rechnungen in den Wirtshäusern, die er auf seiner Suche passiert, begleicht. Hat er seine Braut gefunden, kann er sie, zum Beispiel mit einem Kasten Bier, auslösen.
So vergnüglich dieses Spiel heute ist, so ernst ist möglicherweise sein Ursprung. Es wird vermutet, dass Gutsherren oder Adlige im Mittelalter das Recht der ersten Nacht in Anspruch nehmen wollten und so die Bräute der einfachen Bevölkerung kurz nach der Hochzeit entführen ließen. Der Bräutigam und seine Trauzeugen mussten die Braut damals also möglicherweise vor der realen Gefahr einer Vergewaltigung beschützen. 

Die Braut über die Schwelle tragen

Nach der Hochzeitsfeier trägt der Bräutigam die Braut der Tradition nach über die Türschwelle. Dieser Brauch geht ebenfalls auf die Furcht vor bösen Geistern zurück. Diese sollen unter der Türschwelle lauern und es ist die Aufgabe des Bräutigams seine Braut vor ebendiesen zu beschützen. Eine nicht selten verwandte Abwandlung des Brauches ist das Zerschneiden des Bettlakens. Meist müssen Braut und Bräutigam um die Wette mit nicht selten stumpfen Scheren ein Herz aus einem Laken herausschneiden. Ist die Aufgabe vollbracht, trägt der Bräutigam die Braut durch das Herz hindurch. Auch dieses Ritual soll Glück und eine erfüllte Ehe versprechen.

Reis werfen

Das Bewerfen des Brautpaares mit Reis gehört zu den ältesten Hochzeitsbräuchen, die heute in Deutschland vielerorts angewendet werden. In vielen Kulturen gilt Reis als Fruchtbarkeitssymbol und soll dementsprechend für Nachwuchs in der Ehe sorgen. Da Aberglaube nicht mehr die Bedeutung hat wie früher und Reis auch nicht unbedingt die angenehmste Variante ist, werden nicht selten Alternativen wie Blütenblätter oder Seifenblasen verwendet.

Der Junggesellenabschied

Auch wenn dieser Brauch seine Ursprünge nicht in Deutschland hat und auch noch nicht allzu lang gefeiert wird, gehört der Junggesellenabschied definitiv zu den beliebtesten Bräuchen. Es handelt sich dabei um meist feucht-fröhliche Partys, an denen der zukünftige Bräutigam oder die zukünftige Braut, getrennt voneinander versteht sich, mit ihren Freunden noch einmal ordentlich feiern, bevor sie den Bund fürs Leben eingehen. Kneipentouren, peinliche Partyspielchen oder auch der Besuch von Stripclub zählen zu den beliebtesten Aktivitäten. Doch nicht jeder möchte den Junggesellenabschied auf diese Weise verleben. Mittlerweile reicht eine einfache Kneipentour vielen Junggesellen nicht mehr aus. Zahlreiche andere Unternehmungen wie Paintball spielen, Quad-Fahren oder auch ein Kurzurlaub im Wellness-Hotel sind gefragt.

 

 

Bildquellen:
 

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