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Namensrecht in Deutschland


Namensänderung nach der Hochzeit?

Brautpaar mit Kindern

Bevor Sie heiraten, sollten Sie sich Gedanken darüber machen, wie Sie in der folgenden Zeit heißen wollen. Immerhin möchten Sie diesen Namen bis an das Ende Ihrer Tage tragen! Der eigene Name hat eine große Bedeutung, mit dem man seine Familie, seine Gefühle, ganz persönliche Erinnerungen und vielleicht auch seinen guten Ruf verbindet. Vielleicht wollen Sie den bisherigen Familiennamen auch in die nächste Generation hineintragen, damit er nicht in Vergessenheit gerät. Das aktuelle, 1994 vom Gesetzgeber eingeführte neutrale Namensrecht kommt Ihnen in Ihren Überlegungen entgegen.

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Folgende Entscheidungen bezüglich der Namensgebung sind möglich:

  • Die traditionelle Variante: Sie nehmen den Familiennamen Ihres Mannes an und bleiben damit bei der klassischen Regelung. Auch Ihre Kinder tragen diesen Namen (Familie Meier).
  • Ihr Mann nimmt Ihren Namen an, Ihre Kinder erhalten diesen Namen auch (Familie Becker).
  • Sie können sich auch für einen Doppelnamen entscheiden - allerdings nur einer der beiden Partner (bspw. Frau Becker-Meier oder Herr Meier-Becker), während der andere Partner seinen Namen behält. Dieser Name wird dann der "Familienname", mit dem alle Kinder, die aus der Ehe entstehen, benannt werden (Paul Meier oder Paul Becker). Übrigens: Die Reihenfolge des Doppelnamens bleibt ganz Ihrer Entscheidung überlassen (Becker-Meier oder Meier-Becker). Es ist leider nicht möglich, dass Frau und Mann gemeinsam einen Doppelnamen tragen.
  • Sollten Sie den gleichen Nachnamen haben, dürfen Sie daraus keinen Doppelnamen machen (Becker-Becker geht nicht).
  • Falls Sie vor der Heirat einen Doppelnamen hatten (Becker-Müller), dann dürfen Sie diesen Namen weiterführen. Auch wenn Sie einen mehrgliedrigen Namen haben (Becker von der Mühlen), dann können Sie einen weiteren Namen anhängen. Jedoch dürfen diese beiden Namensformen nicht zum Familiennamen erklärt werden.
  • Immer beliebter wird auch das Modell, dass die Ehepartner Ihren jeweiligen Nachnamen beibehalten (Frau Becker, Herr Meier). Auch später ist es noch möglich, doch einen der beiden Namen als gemeinsamen Namen festzulegen.
    Wichtig kurz nach der Geburt des 1. Kindes - jetzt muss einer der jeweiligen Nachnamen als Familienname bestimmt werden.
  • Im Falle einer Wiederverheiratung nach einer Scheidung können Sie ihren Familiennamen weiterführen. Jedoch darf ihr neuer Partner diesen Namen nicht übernehmen und er darf auch nicht der Familienname werden.
  • Was ist das Wichtigste an diesem Gesetz? Unterschieden wird zwischen Familiennamen und Begleitnamen.

  • Der Familienname wird in die nächsten Generationen weitergeführt, der Begleitname wird angehängt.
  • Ihre Kinder erhalten den Familiennamen. Es gilt die getroffene Regelung.
  • Ihren Begleitnamen können Sie auch nach der Heirat noch schriftlich vom Standesamt anfügen lassen. Ebenso können Sie Ihren Begleitnamen auch wieder aufgeben.
  • Weitere Korrekturen sind nicht möglich, es sei denn im Fall einer Scheidung oder Verwitwung.
  • Der Familienname kann nachträglich nicht wieder verändert werden.
  • Was bedeutet das Namensrecht für die Kinder? Spätestens einen Monat nach der Geburt Ihres ersten Kindes müssen Sie sich mit Ihrem Partner auf einen gemeinsamen Familiennamen geeinigt haben.

  • Sollte es Ihnen nicht gelingen, entscheidet das Familiengericht "welchem Elternteil das Recht zur Bestimmung des Familiennamens alleine übertragen wird" (§1617, Abs. 2 BGB).
  • Nachträglich können Sie den Nachnamen Ihres Kindes oder Ihrer Kinder nicht mehr ändern.
  • Heiraten Sie erneut, dann dürfen Sie den Familiennamen Ihres Kindes oder Ihrer Kinder neu festlegen. Voraussetzung für eine Änderung ist die Zustimmung der leiblichen Mutter bzw. des leiblichen Vaters. Egal, wie Sie sich entscheiden, vergessen Sie nicht, Ihre Wahl schriftlich bei Ihrem Standesamt bekannt zu geben.


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